Allgemein

12.09.2019

In Indien und China sind die inländischen Bestände von Pflanzensaaten und -ölen auf ein tiefes Niveau gefallen. Dies wird dazu führen, dass diese beiden starken Importländer in den nächsten Monaten grössere Mengen einführen werden, um ihre Lager wieder auffüllen zu können. Der generelle Importbedarf von Indien wird auf ein Plus von ca. 2-3% geschätzt.
Die Nachfrage nach US-Soja ist weiter gesunken, nicht nur von China, sondern auch von anderen Ländern. Nach der Verschärfung des Handelskonfliktes mit den USA hat China ausserdem Vorkehrungen getroffen, um vermehrt Sojamehl aus Argentinien beziehen zu können, damit sie die US-Zölle weiterhin umgehen können.
Die Produktion von Biodiesel wird in der kommenden Saison 2019/2020 voraussichtlich weiter zunehmen auf global ca. 46 Mio To, was einem Wachstum von ca. 4 Mio To entsprechen würde. Dies würde bedeuten, dass im Foodbereich weniger Öl zur Verfügung stehen könnte.
Mit dieser Entwicklung wird der weltweite Verbrauch von Pflanzenölen um ca. 1.5 – 2 Mio To höher ausfallen als die Produktionsmenge, so dass mittelfristig mit generell höheren Preisen zu rechnen ist.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Kurzfristig stehen die Zeichen auf weiterhin feste Preise, denn die Verfügbarkeit der alten Ernte ist nach wie vor sehr tief. Allerdings hat sich auf Grund der hohen Preise auch die kurzfristige Nachfrage zurückgebildet. Teilweise haben einige Bezüger zum günstigeren Sojaöl gewechselt.
Die Aussichten auf die neue Ernte ab Oktober 2019 haben sich etwas gebessert. Insbesondere in Osteuropa (Russland und Ukraine) hat es in vielen Gebieten geregnet, was einen positiven Einfluss auf die Entwicklung haben sollte. In der EU hingegen besteht noch Unsicherheit wie stark sich die lange Trockenperiode auswirken wird. Generell dürfte die Ernte jedoch trotzdem höher ausfallen als im schlechten letzten Jahr. Somit geht man zur Zeit für die Saison 2019/2020 mit ca. 52.5 Mio To Saaten von einer ähnlich hohen Menge aus wie im letzten Jahr. Möglicherweise könnte der Ölgehalt aber höher sein, was zu einer grösseren Ölmenge führen würde.
Die Preise der neuen Ernte werden deshalb tiefer gehandelt. Die weitere Preisentwicklung hängt jedoch von der effektiven Erntemenge sowie deren Ölgehalt ab.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich die Situation nicht verändert. Die Prämien sind hoch geblieben. Für die alte Ernte gibt es weiterhin praktisch keine Ware, weshalb hier die Prämien extrem teuer sind. Mit der neuen Ernte ab Oktober beruhigt sich die Situation wieder deutlich, doch liegen auch hier die Prämien über dem Durchschnitt.


Tendenza: stabil


Rapsöl

Entgegen der bisherigen Hoffnungen zeigt sich, dass die Ernte auch in der Schweiz sehr schlecht ausgefallen ist. Dies wird zur Folge haben, dass deutlich mehr Rapsöl importiert werden muss als bisher angenommen. In der EU haben sich die negativen Aussichten ebenfalls bestätigt bezw. sogar noch verschlechtert. Die Erntemenge der EU wird nur noch auf ca. 17 Mio To Saaten geschätzt, was nun ca. 3 Mio To unter dem letzten Jahr liegt.
Australien wird zwar in diesem Jahr eine höhere Menge erreichen als in der letzten Saison. Trotzdem liegt sie deutlich unter den durchschnittlich erzielten Volumen der letzten Jahre.
Nach wie vor ist Kanada das einzige grosse Produktionsland mit einer relativ guten Ernte. Allerdings ist deren Einsatz in der EU eingeschränkt auf Grund der GVO-Problematik, welche die kanadischen Saaten aufweisen. Somit wird es für die EU (als auch für die Schweiz) eine Herausforderung werden, genügend Saaten und/oder Öl importieren zu können.
Diese Verknappung hat sich bereits negativ auf die Preise ausgewirkt und dieser Trend könnte sich weiterziehen.


Tendenza: stabil bis steigend


Erdnussöl

Wir sehen sehr unterschiedliche Wetterbedingungen in den einzelnen Produktionsländern. In den USA haben sie sich verschlechtert. Demgegenüber hat es in Indien in den letzten Wochen viel geregnet und das Manko der Vormonate wieder kompensieren können. Dies wird die Felderträge nach oben bringen. Die verbesserten Aussichten der eigenen Ernte wiederum dürften zur Folge haben, dass der Importbedarf von Indien kleiner ausfallen wird.
Für die Saison 2019/2020 wird eine globale Erntemenge von ca. 29.5 Mio To Nüssen erwartet, was knapp 0.5 Mio To mehr ist als in der letzten Saison. Der leichte Zuwachs kommt vor allem aus China und Indien. Die Pressmengen werden voraussichtlich auf dem Niveau des letzten Jahres liegen, so dass die Verfügbarkeit von Erdnussöl ungefähr gleich gross eingeschätzt wird. Der weltweite Konsum hingegen wird wahrscheinlich höher ausfallen als die Produktionsmenge, was einen Lagerabbau nach sich ziehen würde.
Solange keine neuen Informationen eintreffen, dürften sich die Preise auch in den kommenden Wochen seitwärts bewegen


Tendenza: stabil


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