Allgemein

19.11.2018

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Die Weltmarktpreise sind auch in den letzten Wochen auf tiefem Niveau stabil geblieben.
Die Palmlager sind weltweit relativ hoch und Börsenspekulationen haben die Preise weiter sinken lassen. Auch ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China noch immer nicht beigelegt.
Andererseits gibt es inzwischen einige Faktoren, welche den Markt in die andere Richtung bringen könnten. Beim Palmöl kommen bald die saisonal schwächeren Produktionsmonate. Beim Handelskonflikt sind endlich erste Gespräche in Sicht. Doch würde die Zeit drängen, denn ab ca. Januar oder Februar liegen schon wieder die ersten Frühernten aus Brasilien bereit. Der Preis für das Erdöl ist gesunken, da unter anderem die Fördermenge des Iran trotz der US-Sanktionen nicht zurückgegangen ist, was ein Überangebot nach sich gezogen hat. Trotz des tieferen Erdölpreises ist die Attraktivität, Biodiesel zu produzieren, noch immer gross. Des Weiteren sind die Lager in China ziemlich tief, so dass sie sehr bald grössere Mengen Pflanzenöle und –mehle einkaufen müssen.
Die Lage ist auf Grund dieser vielen und unterschiedlichen Faktoren nach wie vor unsicher. Doch haben die negativen Faktoren inzwischen etwas zugenommen.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die anhaltend tiefen Sojaölpreise beeinflussen die Sonnenblume weiterhin und halten diesen Markt gedrückt. Ausserdem ist China durch den Handelskonflikt mit den USA zum Teil auf Sonnenblumenmehl ausgewichen. Dies hatte zur Folge, dass viel gepresst worden ist und dadurch eine grosse Ölmenge zur Verfügung steht.
Viele Bezüger sind inzwischen sehr gut eingedeckt, weshalb die Nachfrage schwach geblieben ist. Gleichzeitig kommen sehr gute Meldungen aus der Ukraine, wonach die neue Ernte um ca. 2 Mio To Saaten grösser ausfallen dürfte als im Vorjahr und damit ein neues Rekordergebnis erzielen wird. Trotz des tiefen Niveaus sind die Preise für Sonnenblumenöl im Vergleich zu Sojaöl (und Palmöl) noch immer relativ hoch. Steigende Sonnenblumenöl-Notierungen könnten weitere Marktanteilverluste mit sich bringen.
Im Moment gibt es keine fundamentalen Faktoren, welche für steigende Preise sprechen. Einzig eine (Teil-)Lösung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China könnten die Sojaölpreise nach oben bringen und im Sog dazu auch das Sonnenblumenöl.

Auf Grund der verzögerten Ankünfte hat sich die Verfügbarkeit des High Oleic Sonnenblumenöls etwas verringert. Die Lage ist noch nicht deutlich entspannter.


Tendenza: stabil


Erdnussöl

Die Ernte in Indien ist noch schlechter ausgefallen als befürchtet. Sie dürfte schlussendlich um ca. 1 Mio To Nüsse tiefer liegen als im Vorjahr, was einem Rückgang von ca. 25% entsprechen würde. Die Ernte in den USA wird nun definitiv kleiner sein als noch im letzten Jahr. Etwas überraschend wird jedoch die Pressmenge leicht höher eingeschätzt als noch per 2017/2018. Aus Argentinien kommen mehrheitlich negative Meldungen. Die Aussaat hat sich auf Grund der langen Trockenperiode verzögert. Dies ist ein Grund warum die Anbaufläche um ca. 15-20% deutlich zurückgehen dürfte. Ein weiterer Grund sind die von der Regierung erhobenen Exportsteuern für ganze Erdnüsse und Erdnussöl. Dies verteuert den Rohstoff und schmälert den Gewinn für die Anbauer. Ausserdem haben sie Mühe, bei den inländischen Banken Kredite zu erhalten.
Die Nachfrage aus China ist noch immer relativ schwach, auch weil sie noch von der eigenen grossen Ernte aus dem Jahr 2017 ziehen können. Doch dürften diese Mengen bald erschöpft sein.
In Afrika wird bald mit der Aussaat begonnen, aber noch fehlen verlässliche Informationen.


Tendenza: stabil


Rapsöl

Die sehr schlechten Wetterverhältnisse in Australien führen dazu, dass diese Ernte laufend nach unten korrigiert wird. Inzwischen ist auch eine Menge von unter 2 Mio To Saaten nicht mehr ausgeschlossen (Vorjahr noch ca. 3.8 Mio To). Dafür sieht es in Kanada deutlich positiver aus, da sich das Wetter verbessert hat. Die Erwartungen gehen von einer Ernte von ca. 21 Mio To Saaten aus (Vorjahr ca. 19.5 Mio To). Global gesehen dürfte das Volumen der Saison 2018/2019 ca. 64 Mio To Saaten betragen (Vorjahr ca. 66.5 Mio To). Der Verbrauch wird bei ca. 65.5 Mio To erwartet, so dass die Lager um diese ca. 1.5 Mio To abnehmen dürften.
Auf Grund der tieferen Ernte, vor allem in Europa, hat sich das Rapsöl dem allgemeinen Trend bei den Pflanzenölen widersetzt und ist währungsbereinigt etwas teurer geworden. Erschwerend kam hinzu, dass das Niedrigwasser Engpässe bei den Lieferungen hervorgerufen hat.
Die Nachfrage aus dem Biodieselsektor hat etwas zugenommen, vor allem auf Grund der Verschiebung von Palmöl. Aber der Anstieg war nicht so gross wie erwartet. Nach wie vor ist Sojaöl als Grundstock für die Biodieselproduktion günstiger.


Tendenza: stabil bis steigend


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