Allgemein

11.04.2019

In den letzten Wochen/Monaten ist die globale Nachfrage allgemein schwach und damit unter den Erwartungen geblieben. Dadurch sind die Lager nicht gesunken wie in dieser Jahreszeit eigentlich üblich. Andererseits zeigt sich immer deutlicher, dass China auch per 2019 den Import von Pflanzenölen verstärken wird zu Lasten von bisher eingeführten Saaten. Zudem wird sich auch der Mehrverbrauch im Energiesektor fortsetzen. Per 2018 hat die Biodieselmenge um ca. 10% zugenommen, was auch auf die sehr attraktiven Pflanzenölpreise zurückzuführen ist. Per 2019 wird ein ähnlicher Trend erwartet, da vor allem Asien den Pflanzenölanteil im Biodiesel erhöhen möchte. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass die Notierungen für Palm nach oben gehen. Sollte dies eintreffen, könnte es den gesamten Pflanzenölmarkt beeinflussen.



Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die Preise haben sich in den letzten Wochen stabilisiert. Die positiven und negativen Faktoren haben sich bisher die Waage gehalten.
Beim Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint eine Lösung bei der Soja wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Tiefe bezw. sinkende Sojaölpreise halten auch das Sonnenblumenöl unten. Die argentinische Ernte im Frühling könnte dank guten Wetterbedingungen sogar noch etwas besser ausfallen als bisher erwartet. Auch die vor kurzem begonnene Aussaat in Osteuropa weist auf den Anbau einer ähnlich grossen Fläche hin wie im letzten Jahr.
Demgegenüber nimmt der Importbedarf von China weiter zu. Ausserdem dürfte das Produktionsvolumen in der 2. Saisonhälfte (April – September) saisonal bedingt sinken.
Somit bleibt das Risiko vorhanden, dass der Druck zunehmen wird.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich die Situation nicht verändert. Aus der alten Ernte ist kaum noch Ware erhältlich, weshalb die Prämien nach wie vor auf einem extrem hohen Niveau geblieben sind. Eine Preisentlastung ist erst ab der neuen Ernte im Oktober in Sicht.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl haben sich die Probleme verschärft, noch Ware aus alter Ernte zu erhalten. Gleichzeitig ist die Prämie für die neue Ernte unverändert hoch.


Tendenza: stabil bis steigend


Rapsöl

Der Markt ist auch in den letzten Wochen ruhig geblieben. Es sind noch zu wenig verlässliche Informationen vorhanden über die Entwicklung der Felder in Europa. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt die Schätzung der unterdurchschnittlichen EU-Ernte von ca. 18.5 Mio To Saaten bestehen. In der Schweiz sind die Prognosen ebenfalls noch unsicher. Allerdings scheint es bei uns etwas besser auszusehen als in Europa.
Die Probleme zwischen China und Kanada haben sich nicht gelöst. Nach wie vor importiert China praktisch keine Rapssaaten oder Rapsöle aus Kanada. Dies führt dazu, dass Kanada mit seiner grossen Ernte neue Abnehmer suchen muss, was die Preise drücken wird. Auf Grund der bevorstehenden, schlechten eigenen Ernte könnte die EU ein dankbarer Käufer für Rapsöl sein, um einen Teil des Ausfalls zu kompensieren. Das momentane Überangebot könnte aber auch dazu führen, dass Kanada im Herbst eine kleinere Fläche aussäen wird.
Die globale Nachfrage ist aktuell relativ schwach, da das Rapsöl im Verhältnis zu anderen Pflanzenölen teuer ist.
Das CH-Rapsöl dürfte in den kommenden Wochen auf den Markt kommen.


Tendenza: stabil


Erdnussöl

Der Markt ist in den letzten Wochen/Monaten stabil geblieben.
Die Informationen aus Afrika scheinen sich zu bestätigen. Die Anbaufläche ist zwar tiefer ausgefallen als im letzten Jahr, doch dafür sind die Felderträge deutlich höher. Somit wird mit ungefähr der gleichen Ernte gerechnet wie im Vorjahr.
In Argentinien sind die Aussichten für die kommende Ernte im Frühling gut. Zwar wurde die Anbaufläche verkleinert, aber demgegenüber konnten auch hier die Felderträge deutlich gesteigert werden, was schlussendlich zu einer grösseren Ernte führen könnte als im letzten Jahr. Ähnlich sieht es in Brasilien aus. Auch hier wird dank guten Wetterbedingungen mit einer höheren Menge gerechnet.
Wichtig für die weitere Preisentwicklung bleibt das Einkaufsverhalten der Chinesen, das heisst wie gross schlussendlich deren Importbedarf sein wird. In den letzten Wochen hat die Importmenge etwas zugenommen.


Tendenza: stabil bis steigend


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