Allgemein

13.05.2019

Die Situation beim Handelskonflikt zwischen den USA und China ist weiterhin sehr unklar. Nachdem die Hoffnung auf eine baldige Einigung wieder grösser wurde, hat sie sich nach der Ankündigung der USA, die Zolltarife weiter zu erhöhen, erneut zerschlagen.
Das voraussichtliche Produktionsvolumen der Pflanzenöle wurde für die laufende Saison etwas nach unten revidiert, was vor allem auf die zurückgehenden Pressmengen bei der Soja zurückzuführen ist. Aktuell dürfte die Produktionsmenge nur noch um ca. 4.6 Mio To Öle zunehmen. Im Gegensatz dazu wird der Konsum aber auf ein Plus von ca. 8.4 Mio To geschätzt. Dies würde bedeuten, dass die Produktion und der Verbrauch ungefähr gleich gross ausfallen werden, so dass die Lager Ende Saison ziemlich unverändert bleiben werden. Diese Entwicklung wird hauptsächlich von China beeinflusst. Der Import von Saaten wird um ca. 10% sinken, da in China durch das Schweinefieber die Tierbestände reduziert worden sind und somit der Bedarf für die Tierfütterung gesunken ist. Demgegenüber wird China jedoch als Kompensation die Importe von Pflanzenölen deutlich steigern.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die Preise sind in den letzten Wochen stabil geblieben.
Die Informationen verdichten sich, dass die Ernte in Argentinien nun wirklich besser ausfallen dürfte als im letzten Jahr. Allerdings wurde die Einschätzung etwas nach unten korrigiert, nachdem es in einigen Gebieten Argentiniens lange sehr trocken gewesen ist.
In der Ukraine sind die Exportmengen im April gegenüber März erstmals gesunken. Es bleibt abzuwarten, ob nun die erwartete Umkehr der Verfügbarkeit eintreten wird.
Für die nächste Saison (ab Oktober) sind die Prognosen noch sehr vage. Es hängt viel vom kommenden Wetter ab. Doch gehen die ersten Einschätzungen davon aus, dass in Osteuropa, Ukraine und Russland, eine kleinere Fläche angebaut wurde und somit die Ernte etwas tiefer ausfallen könnte. Ausserdem könnte die aktuelle Preissituation einige Bauern dazu gebracht haben, ihre Felder mit High Oleic Sonnenblumenöl anzubauen. Doch sind all diese Informationen noch zu wenig abgestützt.
Umgekehrt könnte aber der ungelöste Handelskonflikt zwischen der USA und China die Sojaölpreise tief halten, so dass als Nebenwirkung auch die Notierungen für Sonnenblumenöl schwach bleiben könnten.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich die Situation nicht verändert. Allerdings gibt es erste Informationen, wonach die Anbaufläche von High Oleic zu Lasten des konventionellen Sonnenblumenöls zugenommen hat. Diese Prognosen sind jedoch noch sehr unsicher, weshalb die Preise der neuen Ernte auch noch nicht darauf reagiert haben.


Tendenza: stabil bis steigend


Rapsöl

Die CH-Ernte wird nun gehandelt. Obwohl die Felder erst in ca. zwei Monaten geerntet werden, sind die Aussichten grundsätzlich positiv. Allerdings sind die CH-Preise auch vom Weltmarkt, insbesondere von der EU abhängig. Deshalb liegen auch die CH-Preise etwas über dem Vorjahresniveau.
In der EU sind die Prognosen im Gegensatz zur Schweiz pessimistischer. Die Schätzung wurde erneut nach unten korrigiert auf neu noch knapp 18 Mio To Saaten. Dies wäre ein erneuter Rückgang von fast ca. 2 Mio To, wobei auch die letztjährige Menge bereits als unterdurchschnittlich bezeichnet werden muss. Kanada hingegen wird eine sehr gute Ernte realisieren, doch ist deren Raps GVO. Somit ist der Bezug von kanadischem Raps für die Ölmühlen in der EU eingeschränkt, da sie das Rapsmehl nur mit grossen Schwierigkeiten verkaufen können.
Als praktisch einzige Alternative verbleibt Raps aus Osteuropa, vor allem aus der Ukraine. Da China jedoch nach wie vor keinen Raps aus Kanada importiert, hat sich die Nachfrage für ukrainische Ware auch durch die Chinesen erhöht.
Sowohl die globalen als auch die EU-Erntemengen werden in der kommenden Saison (ab August) unter dem Vorjahr bleiben. Dementsprechend dürfte der Druck auf die Preise hoch bleiben.



Tendenza: stabil bis steigend


Erdnussöl

Die Preise sind in den letzten Wochen erwartungsgemäss gestiegen.
Der Hauptgrund liegt darin, dass China nun mit relativ grosser Verspätung begonnen hat, die Importe von ganzen Erdnüssen zu erhöhen. Gleichzeitig kann Argentinien aus alter Ernte kaum mehr Ware anbieten, da deren Lager inzwischen erschöpft sind. Angebote aus der neuen, argentinischen Ernte dürften voraussichtlich erst ab ca. Mitte Jahr auf den Markt kommen, da der Ernteprozess soeben erst begonnen hat. Die ersten Resultate zeigen ein positives Bild. Somit bleibt die weltweite Einschätzung der aktuellen Saison 2018/2019 weiterhin bei ca. 29.5 Mio To Nüssen bestehen, was gegenüber dem letzten Jahr einen Rückgang von ca. 2 Mio To bedeutet.
Die weitere Preisentwicklung ist wie bisher stark vom Importbedarf der Chinesen abhängig, doch ist kaum Abwärtspotential vorhanden und die Notierungen dürften weiterhin fest bleiben.


Tendenza: stabil bis steigend


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