Allgemein

15.02.2019

Der Markt ist momentan etwas gefangen zwischen zwei Fronten.
Grundsätzlich sind die Lager sehr gut gefüllt, sowohl in den Produktions- als auch in den Importländern. Die Erwartungen der globalen Sojaernte wurde zwar auf Grund der problematischen Wetterverhältnisse in Südamerika nochmals etwas reduziert. Trotzdem wird es in dieser Saison eine neue Rekordmenge geben.
Bei der Soja haben nun erste, kleine Lieferungen aus den USA nach China stattgefunden. Dies würde die Nachfrage und damit die Preise erhöhen. Doch noch ist eine langfristige Lösung nicht gesichert. Da werden noch weitere Gespräche stattfinden müssen. Des Weiteren stehen Nachfragesteigerungen im Raum. So dürfte Indien den Importbedarf von Pflanzenöl um ca. 5% steigern. Auch wird mit einer Erhöhung der Biodieselproduktion in Asien und Südamerika von total ca. 10% gerechnet.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die Aussichten in der EU haben sich dank Italien und Rumänien leicht gebessert. Trotzdem liegt die Menge für 2018/2019 nach wie vor ca. 3-4% unter der Vorsaison. Global bleibt die Erntemenge bei ca. 52.5 Mio To Saaten bestehen, was einem Zuwachs von ca. 3 Mio To entspricht. Davon tragen die Ukraine und Russland über 50% bei.
Zwar haben die Anbieter aus Osteuropa den Verkauf ihrer Saaten etwas zurückgefahren in der Hoffnung auf höhere Notierungen. Doch die Lager sind nach wie vor sehr gut gefüllt, sowohl im Ursprung als auch in Rotterdam. Dementsprechend sind die Preise gegenüber anderen Pflanzenölen wie Sojaöl oder Rapsöl nach wie vor attraktiv. Allerdings hat die Nachfrage in letzter Zeit etwas zugenommen. Vor allem Länder aus dem Nahen Osten und die Türkei haben die Importe erhöht.
Momentan gibt es keine Anzeichen, welche Preisausschläge in die eine oder andere Richtung anzeigen würden.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl ist es inzwischen schwierig geworden, noch Ware aus der aktuellen Saison zu erhalten. Die Angebote beziehen sich zum grössten Teil auf die neue Ernte ab ca. Oktober/November 2019.


Tendenza: stabil bis steigend


Rapsöl

Die kanadische Ernte wird nur wenig unter der Rekordmenge aus dem Vorjahr liegen. Auf Grund der schlechten EU-Ernte aus dem letzten Sommer sind die Preise jedoch auf relativ hohem Niveau stabil geblieben. Dies hat dazu geführt, dass die Nachfrage auf dem Markt weniger stark ausgefallen ist als allgemein erwartet wurde. Demzufolge weisen auch die Lager ein höheres Niveau auf.
Andererseits wird die Anbaufläche in Deutschland und Frankreich voraussichtlich kleiner ausfallen als noch im letzten Jahr. Somit wird eine weitere, ungenügende EU-Ernte prognostiziert, welche mit ca. 18.5 – 19 Mio To Saaten sogar noch unter dem letztjährigen schlechten Ergebnis liegen könnte. Auch in Kanada könnte die Anbaufläche zurückgehen nach dem für sie enttäuschenden Absatz.
Demgegenüber könnte die Nachfrage aus dem Biodieselsektor in den kommenden Wochen/Monaten zurückgehen. Sobald es wärmer wird, kann eine Teilverschiebung zu Palmöl vollzogen werden.
Es besteht also die Chance, dass Ende dieser Saison (Juli 2019) die Lager noch immer grösser sein werden als im letzten Jahr. Dies könnte eine Reduktion der EU-Ernte etwas auffangen.
Entscheidend wird aber auch das kommende Wetter sein. Dieses kann die Ernteaussichten verbessern oder verschlechtern.


Tendenza: stabil


Erdnussöl

Die Informationen aus Afrika sind später eingetroffen als normalerweise zu erwarten ist. Doch dafür sind positiv ausgefallen, da sie ein kleines Mengenwachstum aufweisen. Dies ist einer der wenigen Lichtblicke in dieser Saison, nachdem unter anderem Indien und China zum Teil grosse Ernteverluste verzeichnen müssen.
Unklar ist vor allem die Situation in China. Dieses Land ist das grösste Produktionsland für Erdnüsse. In der Regel wird die ganze Ernte für den Eigenbedarf benötigt. Darüber hinaus importieren sie weitere, grosse Mengen, um die Inlandnachfrage abdecken zu können. Obwohl die eigene Ernte in diesem Jahr aber schlechter ausgefallen ist, hat China noch immer keine grossen Einkäufe auf dem Weltmarkt getätigt. Dieses Verhalten ist unüblich und überraschend. Der weitere Preisverlauf wird somit auch wesentlich davon abhängen, ob die Chinesen demnächst auf den Markt gehen und einkaufen oder nicht.


Tendenza: stabil bis steigend


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