Allgemein

13.1.2020

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Die grossen Spannungen im Nahen Osten (vor allem zwischen den USA und Iran) haben zu schnellen Preiserhöhungen beim Erdöl geführt. Ein möglicher Kriegsausbruch hätte die Verfügbarkeit eingeschränkt. Dies hat auch den Pflanzenölmarkt mitgezogen. Es scheint nun, dass eine weitere Eskalation nicht im befürchteten Rahmen eintreten wird, weshalb sich die Lage wieder etwas beruhigt hat. Die Erdölpreise sind wieder zurückgekommen. Auch die Pflanzenölpreise haben sich stabilisiert, allerdings auf einem höheren Niveau.
Vor einiger Zeit hat Indonesien beschlossen, den Anteil Pflanzenöl im Biodiesel massiv zu erhöhen. Noch ist nicht sicher, ob dies definitiv umgesetzt wird bezw. werden kann, aber es würde einen grossen Abfluss in den Biodieselsektor bedeuten. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Kuchenmehl noch immer schwach. Dies bedeutet, dass die Pflanzenöle einen höheren Anteil der Presskosten tragen müssen.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die Situation ist auch über die Feiertage unverändert geblieben. In Russland und der Ukraine werden anhaltend grosse Mengen gepresst, so dass das Angebot gut geblieben ist. Die global produzierten Ölmengen werden per 2019/2020 somit das Vorjahr um ca. 1 Mio To übertreffen.
Andererseits ist der allgemeine Markt der Pflanzenöle (vor allem Palmöl und Sojaöl) gestiegen. Dadurch wurde Sonnenblumenöl für viele Käufer interessant, was die Nachfrage in den letzten Wochen deutlich erhöht hat. Dies wiederum hat dazu geführt, dass trotz der guten Verfügbarkeit auch die Notierungen für Sonnenblumenöl gestiegen sind. Das höhere Produktionsvolumen der Saison 2019/2020 dürfte somit vollumfänglich verkauft werden, so dass keine Zunahme der Lagerbestände erwartet werden kann.
Unklar ist die Situation in Argentinien. Es gibt Informationen, wonach noch grössere Mengen aus alter Ernte gelagert worden sind. Doch sind diese Meldungen (noch) unbestätigt und es ist nicht bekannt, wie gross diese Alt-Lager sein könnten.

Der Markt für das High Oleic Sonnenblumenöl war ruhig und die Preise haben sich in den letzten Wochen dem Trend des konventionellen Sonnenblumenöls angepasst.


Tendenza: steigend


Rapsöl

Leider bestätigen sich die negativen Meldungen aus Kanada. Auf Grund des schlechten Wetters konnten einige Felder nicht geerntet werden. Somit reduziert sich die Ernte der Saison 2019/2020 auf noch knapp ca. 19 Mio To Saaten, Im letzten Jahr lag die Menge über 20 Mio To. Unbestätigte Informationen aus Australien besagen, dass die Buschfeuer möglicherweise auch Teile der Rapsfelder zerstört haben könnten. Die australische Ernte wird noch auf ca. 2 Mio To Saaten geschätzt, was so tief ist wie seit 10 Jahren nicht mehr.
In den letzten Wochen sind die Preise in der EU erwartungsgemäss gestiegen, denn die Verfügbarkeit hat sich verknappt. Die EU hat zwar vermehrt Saaten aus Kanada eingeführt, doch auf Grund der GVO-Problematik ist die Verwendung dieser Ware eingeschränkt. Sie können im Lebensmittelsektor nicht eingesetzt werden. Nun ist aber auch die kanadische Verfügbarkeit reduziert worden. Der erhöhte Importbedarf der EU konnte somit nicht im erforderlichen Mass gedeckt werden. Ausserdem wird die Nachfrage aus dem Biodieselsektor weiter zunehmen.


Tendenza: steigend


Erdnussöl

Grundsätzlich sind die Erwartungen in Senegal verhalten positiv. Aber wie jedes Jahr sind die Ölmühlen auf Subventionen des Staates angewiesen. Diese sind noch nicht erfolgt und somit ist die Höhe der Unterstützung noch nicht klar. Dementsprechend sind die Angebote aus Senegal noch zurückhaltend. Hinzu kommt, dass China beginnt, ganze Erdnüsse zu kaufen, was zusätzlichen Druck auf die Preise bringt. China hat von Sudan zu Senegal gewechselt, da die dortige Regierung einen Exportstopp verhängt hat. Nun könnte dies auch in Senegal geschehen.
Argentinien hat aus der Ernte vom Frühling 2019 kaum mehr Mengen zur Verfügung, da auch hier grosse Exporte nach China erfolgt sind. Die Ernten in Südamerika im Frühling 2020 sind noch unklar. Zwar ist es noch immer zu trocken, doch bleibt noch genügend Zeit.
In Indien sind die Wetteraussichten gut, so dass die Ernte nach oben korrigiert worden ist. Dies ist insofern von Bedeutung, da Indien damit wahrscheinlich weniger Importbedarf hat.
sondern auf dem hohen Niveau geblieben. Momentan scheint nichts darauf hinzudeuten, dass sich dieser Trend ändert.


Tendenza: steigend


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