Allgemein

11.10.2019

Der Pflanzenölmarkt ist momentan etwas unschlüssig, in welche Richtung er sich bewegen soll, da mehrere unterschiedliche Faktoren vorhanden sind.
Preissteigernd wirkt sich aus, dass China in letzter Zeit wieder vermehrt Soja aus den USA bezogen hat. Des Weiteren nimmt das Produktionswachstum von Palmöl ab. Diese beiden wichtigen Öle beeinflussen den Weltmarkt stark. Hinzu kommt, dass der Raps mehrheitlich schlechte Ernten eingefahren hat, was global zu einem Mengenrückgang geführt hat. Ausserdem nimmt die generelle Nachfrage nach Pflanzenöl (Food und NonFood) weltweit allmählich zu.
Preisentlastend sind die Informationen, dass die Erdölraffinerie in Saudi-Arabien nach dem Anschlag sehr rasch wieder funktionsfähig war, was die schnell gestiegenen Erdölpreise wieder zurückgehen liess. Gleichzeitig kommen aus Osteuropa Meldungen, wonach deren Sonnenblumen-Ernten noch besser ausfallen könnten als bisher erwartet. Dadurch kann ein Teil des Mankos beim Raps kompensiert werden. Positiven Einfluss haben auch die noch immer hohen Bestände von Palmöl, welche das rückläufige Produktionswachstum noch einige Zeit ausgleichen können.
Der zukünftige allgemeine Preistrend wird anhängig sein, welche dieser Faktoren sich stärker durchsetzen wird.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Die anhaltend sehr guten Wetterbedingungen in der Ukraine und in Russland werden dazu führen, dass die Felderträge besser ausfallen als bisher erwartet, was wiederum neue Rekordernten nach sich ziehen dürfte. In Argentinien und in Teilen der EU hingegen muss mit tieferen Erträgen gerechnet werden. Allerdings könnte insbesondere in der EU eine grössere Fläche angebaut worden sein. Noch sind die finalen Mengen jedoch nicht definitiv bekannt. Trotzdem darf für die kommende Saison 2019/2020 von einer weltweit grösseren Erntemenge ausgegangen werden. Sie dürfte ca. 53.5 Mio To Saaten erreichen, was einer Zunahme von ca. 1.5 Mio To entsprechen würde.
Andererseits ist die Nachfrage nach Sonnenblumenöl nach wie vor sehr gut. Speziell bisherige Rapsölbezüger haben ihren Bedarf teilweise etwas verschoben.
Die fundamentalen Daten der Sonnenblume zeigen eigentlich auf eine weiterhin entspannte Situation hin. Aber das Sonnenblumenöl könnte durch die anderen Pflanzenöle negativ beeinflusst werden, welche deutlich mehr preistreibende Faktoren aufweisen. Dies könnte dazu führen, dass das Sonnenblumenöl deren Preistrend teilweise mitgehen müsste.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich die Situation bezüglich der Verfügbarkeit etwas entspannt, da mit der neuen Ernte wieder Ware gehandelt worden ist. Die Prämien der neuen Ernte liegen nun wie erwartet tiefer und der Markt hat sich inzwischen etwas stabilisiert. Noch ist die effektive Menge High Oleic Saaten aber unklar. Der weitere Preistrend wird einerseits vom tatsächlichen Volumen abhängig sein, aber auch von der Nachfrage, welche in den letzten Wochen/Monaten zugenommen hat.


Tendenza: stabil


Rapsöl

Die sehr schlechten Ernten in der Schweiz von Rapsöl und HOLL Raps haben sich definitiv bestätigt. Sie liegen ca. 12% unter dem Vorjahr, welches bereits als schlecht eingestuft werden musste.
Auf Grund der anhaltenden Trockenheit wurde auch die Ernteaussicht in Australien weiter reduziert. Inzwischen wird auch hier praktisch nur noch eine ähnliche Menge erwartet wie im letzten Jahr, welche als grosse Missernte gegolten hat. Bisher waren einzig die Prognosen aus Kanada positiv. Doch nun hat sich die Situation auch dort verschlechtert. Durch das zu trockene Wetter konnten viele Felder noch nicht geerntet werden. Nun wird es langsam kälter und das Risiko steigt, dass ein bald einsetzender Frost grössere Schäden nach sich ziehen könnte. Diese Aussichten haben dazu geführt, dass nun auch der Preis für die bisher günstige kanadische Rapssaat gestiegen ist.
Aktuell wird für die Saison 2019/2020 noch eine globale Menge von ca. 62 Mio To Saaten erwartet, was gegenüber der letzten Saison einen erneuten Rückgang von ca. 2.5 Mio To bedeuten würde.
Somit zeigen eigentlich mehr Faktoren auf eine steigende Tendenz hin.


Tendenza: stabil bis steigend


Erdnussöl

Nach den anfänglich schlechten Wetterbedingungen in den USA haben sie sich in den letzten Wochen erfreulicherweise wieder verbessert. Dadurch werden deutlich bessere Felderträge erwartet, so dass die grundsätzlich tiefere Anbaufläche kompensiert werden könnte. Der überdurchschnittliche Regenfall in Indien hat sich nun wie erhofft definitiv positiv ausgewirkt. Die Aussichten sind nach oben korrigiert worden und die Erntemenge dürfte nun über 10% höher liegen als im letzten Jahr. Wobei zu beachten ist, dass die letzte Ernte in Indien schlecht ausgefallen ist. Somit könnte die globale Menge für die Saison 2019/2020 grösser ausfallen als bisher angenommen. Doch noch gibt es zu viele Unklarheiten. So sind unter anderem noch keine Zahlen aus Afrika vorhanden.
China hat seine Importe in den letzten Wochen/Monaten deutlich erhöht, einerseits auf Grund der gestiegenen Nachfrage, aber andererseits auch um die inzwischen sehr tiefen Lager wieder aufzufüllen. Dabei haben sowohl die Einfuhren von ganzen Nüssen als auch von Erdnussöl zugenommen.
In der abgelaufenen Saison 2018/2019 war der totale Konsum leicht höher als das Produktionsvolumen, so dass die Lager per September 2019 etwas tiefer liegen als im September 2018.
Die weitere Preisentwicklung wird wesentlich von der kommenden Ernte in Afrika als auch vom zukünftigen Bedarf der Chinesen abhängen.


Tendenza: stabil


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