Generale

13.10.2020

Nachdem die Preise für die Pflanzenöle Mitte September zum Teil stark gestiegen sind, hat sich die Situation in den letzten Wochen wieder etwas beruhigt und die Notierungen sind wieder zurückgekommen. Es zeigte sich, dass das Interesse der Käufer bei dem hohen Niveau stark nachgelassen hat. Des Weiteren ist das Erdöl stabil geblieben, so dass auch die Differenz im Biodieselsektor deutlich gestiegen ist, was wiederum die Nachfrage weiter sinken liess. Allerdings bleibt der Markt nervös, denn die Wetterlage hat sich in vielen Gebieten nicht entspannt. In Nord- und Südamerika sowie in Europa war es lange Zeit zu trocken und die Ernteeinschätzungen wurden deswegen immer wieder korrigiert. Trotzdem wird noch immer damit gerechnet, dass die globale Produktion der Pflanzenöle in der kommenden Saison 2020/2021 um ca. 6 Mio To steigen wird. Die grossen Mehrmengen werden vom Palmöl und Sojaöl kommen. Zwar wird auch der Konsum zunehmen, aber er dürfte darunter liegen, so dass die Lager wieder aufgebaut werden können.
Vieles wird jedoch auch vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängen. Gibt es eine zweite Coronawelle und wird sie die Nachfrage erneut stark eindämmen.


Olio di girasole / Olio di girasole HO

Die Trockenheit hat der Schwarzmeer-Region stärker zugesetzt als erwartet. Somit sind auch die Ernteerwartungen der beiden grossen Produktionsländer, Ukraine und Russland, nach unten korrigiert worden. Die EU und Argentinien werden zwar leichte Zunahmen realisieren, aber sie können die Fehlmengen aus den beiden osteuropäischen Ländern nicht kompensieren. Aktuell wird per Saison 2020/2021 weiterhin mit einer globalen Menge von ca. 54 Mio To Saaten gerechnet. Dies ist zwar weniger als in der letzten Saison, doch es bleibt die zweitgrösste je erzielte Ernte.
Die negativen Wetter-Meldungen haben Mitte September dazu geführt, dass die Notierungen sehr schnell und sehr stark gestiegen sind. Allerdings waren auch Spekulationen am Devisenmarkt ein grosser Treiber für diese Entwicklung. Inzwischen hat sich der Markt etwas beruhigt und die Preise sind wieder auf das Niveau von Mitte September zurückgekommen. Allerdings ist der Markt momentan sehr volatil und reagiert schnell auf Meldungen aus den Anbaugebieten.
Die Preisdifferenz zu Sojaöl ist sehr hoch, so dass preissensible Länder wie China und Indien vermehrt auf das Sojaöl ausweichen, was das Sonnenblumenöl wiederum entlasten könnte.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl ist die Prämie stabil geblieben. Deshalb hat auch das High Oleic die schnellen Bewegungen des konventionellen Sonnenblumenöls in beide Richtungen mitgetragen.


Tendenza: stabile


Olio di colza

Die guten Aussichten aus Australien scheinen sich zu bestätigen. Die Ernte wird auf ca. 3.3 Mio To Saaten veranschlagt (Vorjahr ca. 2.3 Mio To). Auch Kanada dürfte die Erwartungen einer guten Ernte mit ca. 19.5 Mio To erfüllen (Vorjahr 19.5 Mio To). Die bisher angenommene globale Menge für die Saison 2020/2021 von ca. 62 Mio To Saaten bleibt somit weiterhin bestehen (Vorjahr ca. 61.5 Mio To). Dies ist zwar eine leichte Zunahme, aber sie bleibt nach wie vor deutlich hinter den früheren Jahren mit Ernten von 64 – 65 Mio To zurück.
Die Nachfrage aus dem Biodieselmarkt ist auf Grund des stabil tiefen Erdölpreises schwach geblieben. Dies könnte sich jedoch ändern. Einerseits wird im Energiesektor in den kommenden, kalten Wintermonaten vermehrt das Palmöl mit Rapsöl ersetzt. Ausserdem gibt es Informationen, wonach Frankreich den Einsatz von Rapsöl im Biodieselbereich subventionieren möchte zu Lasten von Palmöl und Sojaöl.


Tendenza: stabile


Olio di arachide

Die Wetterbedingungen sind in sehr vielen Produktionsländern nach wie vor sehr gut. vor allem in China, Indien und den USA. Es scheint sich zu bestätigen, dass insbesondere die Ernte in China besser ausfallen wird als im Vorjahr. Dies wiederum könnte dazu führen, dass deren Importbedarf kleiner ausfallen wird und für Entlastung auf der globalen Nachfrageseite sorgen könnte.
Durch die generell guten Aussichten wurden auch die Erwartungen der globalen Ernte für die Saison 2020/2021 leicht erhöht.
Die weltweite Pressmenge wird auf ca. 10.5 Mio To geschätzt, was einer Zunahme von ca. 1 Mio To gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Dadurch würde sich auch die Verfügbarkeit von Erdnussöl erhöhen. Der Konsum wird etwas tiefer eingeschätzt als die Produktionsmenge, so dass die Lager wieder etwas aufgebaut werden können.
Wichtig wird dann auch die definitive Einschätzung aus Afrika sein.


Tendenza: stabile


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